Leadportale für Solarbetriebe im Vergleich
Welche Portale Photovoltaik- und Wärmepumpen-Anfragen verkaufen, wie sie abrechnen und worauf Sie beim Vertrag achten sollten.
Shiau Li NgWer als Solar- oder Wärmepumpenbetrieb Leads kaufen möchte, stößt schnell auf eine Handvoll bekannter Namen. Die Unterschiede zwischen den Portalen sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Alle versprechen qualifizierte Anfragen aus Ihrer Region, und die Preise stehen fast nie auf der Website. Die wichtigen Details finden sich erst in den Partnerbedingungen.
Wir haben uns die Angaben und AGB der größeren Portale angesehen. Der Vergleich gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder. Bedingungen ändern sich, und Ihr Vertrag kann Abweichungen enthalten. Lesen Sie deshalb immer die Fassung, die Ihnen das Portal vor der Unterschrift schickt.
Wie Leadportale funktionieren
Das Prinzip ist bei allen Portalen ähnlich. Ein Hausbesitzer sucht im Internet nach einer Solaranlage oder Wärmepumpe und landet auf einer Vergleichsseite. Dort beantwortet er ein paar Fragen zu seinem Haus und hinterlässt seine Kontaktdaten. Viele Portale rufen den Kunden danach noch einmal an, um die Angaben zu prüfen. Anschließend wird die Anfrage an einen oder mehrere Betriebe in der Region verkauft.
Wie gründlich diese Prüfung ist, unterscheidet sich. Aroundhome schreibt, dass Kunden entweder online einen Fragebogen mit Zwei-Faktor-Bestätigung ausfüllen oder telefonisch qualifiziert werden, mit bis zu sechs Anrufversuchen während der Öffnungszeiten. WattFox gibt an, dass ein Telefonat mit dem Anfrager das Kernelement seiner Prüfung ist.
Für Sie als Betrieb heißt das trotzdem, dass Sie für einen Kontakt bezahlen, nicht für einen Auftrag. Ob aus der Anfrage ein Geschäft wird, liegt bei Ihnen. Aroundhome schreibt zum Beispiel ausdrücklich in seine AGB, dass der Preis auch dann fällig wird, wenn kein Vertrag mit dem Kunden zustande kommt.
Die wichtigsten Portale im Überblick
| Portal | Gewerke | Abrechnung | Betriebe pro Anfrage | Reklamation laut AGB |
|---|---|---|---|---|
| Aroundhome | Solar, Heizung und weitere | Festpreis pro qualifizierter Anfrage, keine Provision | höchstens 3 | Mängel unverzüglich in Textform melden, Ausgleich in der Regel durch einen Ersatzlead |
| WattFox | Photovoltaik, Heizung, Dach, Dämmung und weitere | Preis pro Anfrage nach individueller Vereinbarung | höchstens 4 | 14 Tage, bei nachweislich falscher Telefonnummer bis zu 6 Monate |
| TapTapHome, früher DAA | Photovoltaik, Wärmepumpe, Dach und weitere | Kauf einzelner Kontakte, auch exklusiv | höchstens 5 | 7 Tage, vor allem bei nachweislichem Vorkontakt |
| Leads Navigator | Photovoltaik, Wärmepumpe | Preis pro Lead | höchstens 4 | 5 Arbeitstage, zum Beispiel bei Dubletten oder falscher Nummer, nur mit Nachweis |
Konkrete Preise pro Lead nennt keines der großen Portale öffentlich. Sie werden im Vertrag vereinbart und hängen von Region, Produkt und Exklusivität ab. Welche Preisspannen Betriebe ungefähr erwarten können, beschreiben wir im Artikel PV-Leads kaufen: Was eine Anfrage wirklich kostet.
Die Portale im Einzelnen
Die Tabelle zeigt die großen Linien. Im Alltag entscheiden aber oft die kleinen Regeln darüber, ob ein Portal zu Ihrem Betrieb passt. Deshalb hier die wichtigsten Punkte aus den Bedingungen.
Aroundhome vermittelt nach eigenen Angaben jede qualifizierte Anfrage an höchstens drei Fachpartner und berechnet einen Festpreis pro Anfrage. Der Preis hängt vom Produkt ab und wird im digitalen Vertragsprozess angezeigt. Abgerechnet wird alle zwei Wochen mit einer Sammelrechnung. Aroundhome gibt an, dass Betriebe im Schnitt aus jeder zehnten Anfrage einen Auftrag gewinnen, und nennt für die meisten Verträge eine monatliche Kündbarkeit. Die AGB stellen klar, dass Aroundhome die Angaben der Kunden nicht auf Wahrheitsgehalt, Richtigkeit oder Vollständigkeit überprüft.
WattFox nennt auf seiner Partnerseite unter anderem das Portal photovoltaik-angebotsvergleich.de. Nach den AGB ist jede Anfrage auf höchstens vier Partner begrenzt, und WattFox entscheidet selbst, wie viele Partner sie bekommen. Im Vertrag wird eine Mindest- oder feste Bestellmenge pro Monat oder Woche vereinbart. Eine Pflicht, die volle Menge auch zu liefern, hat WattFox laut AGB nicht. Auch WattFox schreibt, dass es nicht prüfen kann, ob die Angaben des Anfragenden zutreffend und vollständig sind.
TapTapHome ist der neue Name der DAA. Neukunden starten laut Partnerseite mit einer dreimonatigen Testphase. Die AGB für Unternehmen, auf die sich die Tabelle bezieht, tragen den Stand vom 1. Oktober 2021. Danach nimmt das System höchstens die ersten fünf Angebote pro Anfrage an, und ein Kontakt kann auch exklusiv freigeschaltet werden. Wichtig für Ihren Ablauf: Wer den Interessenten nicht innerhalb eines Werktags nach Erhalt der Kontaktdaten anruft, verliert nach den AGB sein Recht zur Reklamation. Vorausbezahlte Beträge werden nur mit späteren Leistungen verrechnet und nicht ausgezahlt.
Leads Navigator schickt Anfragen nach seinen AGB an Sie und an bis zu drei weitere Partner. Eine Mindestzahl an Anfragen garantiert das Portal nicht. Sie können ein Wochenmaximum festlegen, das aber nicht unter drei Anfragen pro Kalenderwoche liegen darf. Die Rechnungen sind spätestens sieben Tage nach Rechnungsstellung zu zahlen. Die Reklamationsgründe sind genauer beschrieben als bei den anderen Portalen. Mehr dazu im Artikel Ungültige Leads reklamieren.
Worauf Sie beim Vertrag achten sollten
- Kündigungsfrist und Laufzeit. Bei Aroundhome gilt laut AGB eine Frist von einem Monat zum Monatsende. Bei WattFox gelten acht Wochen zum Monatsende, wenn nichts anderes vereinbart ist.
- Mindestabnahme. Fragen Sie, ob Sie eine feste Zahl an Leads pro Monat abnehmen müssen und ob Sie das Volumen jederzeit senken können.
- Regionsfilter. Können Sie Ihr Gebiet nach Postleitzahl oder Umkreis genau festlegen? Jede Anfrage außerhalb Ihres Gebiets ist verlorenes Geld.
- Reklamationsfrist und Gründe. Die Fristen reichen von fünf Arbeitstagen bis zu 14 Tagen. Notieren Sie sie und richten Sie Ihre Abläufe danach aus.
- Preisänderungen. Klären Sie, mit welcher Frist das Portal den Preis ändern darf und ob Sie widersprechen können.
- Prüfung der Daten. Manche Portale schreiben ausdrücklich, dass sie die Angaben der Kunden nicht auf Richtigkeit prüfen. Dann tragen Sie das Risiko für falsche Angaben weitgehend selbst.
Gerade bei den Preisänderungen lohnt ein genauer Blick, denn die Regeln unterscheiden sich deutlich. Bei manchen Portalen gilt Schweigen als Zustimmung. Wer eine E-Mail übersieht, zahlt dann einfach mehr.
| Portal | Kündigung laut AGB | Preisänderung laut AGB |
|---|---|---|
| Aroundhome | 1 Monat zum Monatsende, wenn nichts anderes vereinbart ist | Ankündigung 2 Wochen vorher. Sie können zum Termin der Änderung kündigen. Sonst gelten die neuen Preise. |
| WattFox | 8 Wochen zum Monatsende, wenn nichts anderes vereinbart ist | Ankündigung mindestens 2 Wochen vorher per E-Mail. Widerspruch innerhalb von 4 Wochen in Textform. Schweigen gilt als Zustimmung. |
| TapTapHome | jederzeit ohne Angabe von Gründen | keine eigene Preisklausel. Änderungen der AGB gelten als angenommen, wenn Sie nicht innerhalb von 2 Wochen widersprechen. |
| Leads Navigator | 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats | keine eigene Preisklausel. Bei Änderungen der AGB haben Sie 6 Wochen Zeit für einen Widerspruch. |
Mein Rat: Legen Sie für jede E-Mail eines Portals, in der die Worte Preis, AGB oder Änderung vorkommen, eine Wiedervorlage an. Tragen Sie die Widerspruchsfrist sofort in den Kalender ein. Das dauert zwei Minuten und kann Ihnen über ein Jahr viel Geld sparen.
Fragen für das Gespräch mit dem Portal
Bevor Sie unterschreiben, führen Sie fast immer ein Gespräch mit einem Vertriebsmitarbeiter des Portals. Nutzen Sie es. Viele Punkte, die nicht in den AGB stehen, lassen sich im Vertrag individuell regeln. Diese Nachricht können Sie vorab schicken, damit Sie im Gespräch konkrete Antworten bekommen.
Betreff: Fragen vor unserem Gespräch Guten Tag [Name], vielen Dank für Ihr Angebot. Damit wir im Gespräch gut entscheiden können, schicke ich Ihnen vorab unsere Fragen: 1. Was kostet ein Lead für Photovoltaik in unserem Gebiet [PLZ-Bereich oder Umkreis], geteilt und exklusiv? 2. An wie viele Betriebe geht eine Anfrage bei uns in der Region im Durchschnitt? 3. Gibt es eine Mindestabnahme pro Woche oder Monat, und können wir das Volumen jederzeit senken oder pausieren? 4. Wie prüfen Sie die Anfragen, bevor Sie sie weitergeben? 5. Welche Gründe für eine Reklamation erkennen Sie an, und welche Nachweise brauchen Sie? Gilt eine Anfrage von einem Mieter als reklamierbar? 6. Mit welcher Frist können sich Preis und Bedingungen ändern? 7. Wie lange ist die Kündigungsfrist? Bitte schicken Sie uns außerdem die aktuelle Fassung Ihrer AGB. Viele Grüße [Name] [Betrieb]
Wie Sie mehr aus Portal-Leads machen
Zwei Betriebe können bei demselben Portal völlig unterschiedliche Ergebnisse haben. Der Unterschied liegt fast nie am Portal, sondern daran, was nach dem Eingang der Anfrage passiert.
- Antworten Sie schnell. Bei geteilten Leads bekommt der Kunde innerhalb kurzer Zeit mehrere Anrufe. Eine erste persönliche Nachricht innerhalb einer Stunde hebt Sie davon ab.
- Prüfen Sie vor. Klären Sie Eigentum, Gebäude und Zeitrahmen, bevor Ihr Berater losfährt.
- Fassen Sie nach. Wer beim ersten Anruf nicht erreicht wird, ist nicht verloren. Planen Sie mehrere Versuche über verschiedene Kanäle ein.
- Reklamieren Sie konsequent. Ungültige Leads gehören zurück. Wie das gelingt, lesen Sie im Artikel Ungültige Leads reklamieren.
- Messen Sie getrennt. Rechnen Sie für jedes Portal einzeln aus, was Sie ein Auftrag kostet. Dafür gibt es unseren Lead-Kosten-Rechner.
Wie viel Spielraum es beim ersten Kontakt gibt, zeigt ein Test von Aroundhome, über den die Deutsche Handwerks Zeitung im Mai 2026 berichtet hat. Von 100 standardisierten Anfragen an Solarbetriebe wurden 56 beantwortet. Nur 22 Antworten nannten schon einen konkreten Termin. Wer in der ersten Antwort einen Terminvorschlag macht, fällt also positiv auf. Bei einem Portal-Lead gilt das genauso. Der Kunde hat Sie nicht ausgesucht, Sie müssen ihm in der ersten Nachricht einen Grund geben, mit Ihnen zu sprechen.
Ein Beispiel aus dem Alltag. Ein Lead kommt um 10:40 Uhr. Die Bürokraft ruft um 10:50 Uhr an, niemand nimmt ab. Um 10:55 Uhr geht eine kurze E-Mail raus, mit Name, Betrieb und zwei Terminvorschlägen für ein Telefonat. Um 16:30 Uhr folgt ein zweiter Anruf, diesmal erreicht sie die Kundin. Im Gespräch klärt sie Eigentum, Dach, Verbrauch und Zeitrahmen und vereinbart einen Vor-Ort-Termin. Alle drei Kontaktversuche stehen mit Uhrzeit in der Kundenliste. Hätte die Nummer nicht gestimmt, wäre die Reklamation am selben Tag fertig gewesen. Für die Bestätigung des Termins hilft die Vorlage Vor-Ort-Termin bestätigen.
Beispiel: Zwei Portale im Test
Wie ein fairer Vergleich aussieht, zeigt dieses Beispiel mit angenommenen Zahlen. Ein Betrieb mit sechs Leuten testet drei Monate lang zwei Portale mit ungefähr gleichem Budget.
| Portal A | Portal B | |
|---|---|---|
| Leads in drei Monaten | 90 zu je 60 € | 60 zu je 90 € |
| Leadkosten | 5.400 € | 5.400 € |
| Davon erfolgreich reklamiert | 8 | 3 |
| Vor-Ort-Termine | 20 | 21 |
| Aufträge | 5 | 7 |
| Leadkosten pro Auftrag | 1.080 € | rund 771 € |
Auf den ersten Blick wirkt Portal A günstiger, weil der einzelne Lead weniger kostet. Am Ende kostet ein Auftrag dort aber rund 300 € mehr. Dazu kommen bei Portal A acht Reklamationen, die jemand im Büro schreiben musste. Die reklamierten Leads sind in diesem Beispiel nicht abgezogen, weil der Ausgleich meistens als Ersatzlead kommt. Der Betrieb behält Portal B und kündigt Portal A fristgerecht. Rechnen Sie Ihren eigenen Test genauso, mit Ihren echten Zahlen.
Welches Portal zu welchem Betrieb passt
Für kleine Betriebe mit ein bis drei Leuten empfehle ich, mit einem einzigen Portal und einem eng begrenzten Gebiet zu starten. Wählen Sie ein Portal mit kurzer Kündigungsfrist und ohne Mindestabnahme. Nehmen Sie nur so viele Leads, wie Sie innerhalb einer Stunde beantworten und innerhalb einer Woche besichtigen können.
Betriebe mit vier bis zehn Leuten können zwei Portale parallel testen. Lassen Sie beide drei Monate laufen und vergleichen Sie danach die Kosten pro Auftrag. Behalten Sie das bessere und kündigen Sie das andere. Drei Monate sind lang genug, um Zufälle auszugleichen, und kurz genug, um nicht zu viel Geld zu verlieren. Achten Sie darauf, die Kündigungsfrist rechtzeitig einzuplanen. Bei acht Wochen zum Monatsende müssen Sie die Entscheidung schon nach gut einem Monat Testzeit vorbereiten.
Unabhängig von der Größe gilt: Portale sollten eine Ergänzung sein, nicht Ihre einzige Quelle. Anfragen über Ihre eigene Website, Empfehlungen und Ihr Kundenstamm sind fast immer günstiger. Wie Sie Ihre Bestandskunden ansprechen, beschreiben wir im Artikel PV ohne Speicher: So sprechen Sie Ihre Bestandskunden an. Ideen für mehr eigene Anfragen finden Sie im Ratgeber Mehr Aufträge ohne Werbebudget.
Für die Anfragen über Ihre eigene Website gibt es Renoway. Es beantwortet Anfragen aus dem Kontaktformular und per E-Mail innerhalb von Sekunden, stellt die wichtigen Fragen und bucht den Vor-Ort-Termin in Ihren Google Kalender. Ihr Team sieht jedes Gespräch in einem gemeinsamen Posteingang und kann jederzeit übernehmen.