Solarmarkt Berlin in Zahlen: Was der Monitoringbericht 2025 für Fachbetriebe bedeutet
Weniger neue Anlagen, aber deutlich mehr PV als Speicher. Die wichtigsten Zahlen aus dem Solarcity-Monitoringbericht 2025 und was sie für Ihren Vertrieb heißen.
Shiau Li NgIm Juni 2026 hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe den Monitoringbericht 2025 zum Masterplan Solarcity veröffentlicht. Er wurde zusammen mit der Berliner Energieagentur erstellt und beruht auf Daten aus dem Marktstammdatenregister. Für Solarbetriebe in Berlin ist das die genaueste Übersicht darüber, wie sich der eigene Markt entwickelt.
Die Pressemitteilung dazu klingt nach Erfolg. Berlin hat Anfang 2026 die Marke von 500 Megawattpeak installierter PV-Leistung überschritten. Wer genauer hinschaut, sieht aber auch, dass 2025 weniger neue Anlagen gebaut wurden als im Jahr davor. Ich habe die Zahlen, die für Ihren Vertrieb wichtig sind, zusammengestellt und zeige, was daraus folgt.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Die folgende Tabelle stammt aus den Tabellen 1 und 8 des Monitoringberichts. Die Gesamtwerte gelten jeweils zum Jahresende.
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Neue PV-Anlagen | 15.893 | 13.902 |
| Neu installierte PV-Leistung | 111,2 MWp | 95,8 MWp |
| PV-Anlagen insgesamt | 41.959 | 55.861 |
| Installierte PV-Leistung insgesamt | 391,2 MWp | 487,0 MWp |
| Neue Stromspeicher | 6.411 | 7.002 |
| Stromspeicher insgesamt | 17.619 | 24.621 |
| Speicherkapazität insgesamt | 159,5 MWh | 217,1 MWh |
In der Pressemitteilung sind die Werte gerundet. Dort ist von rund 96 MWp Zubau, 13.900 neuen Anlagen, 55.900 Anlagen insgesamt und rund 24.600 Speichern mit 217 MWh die Rede. Nach dem Bericht wurde die Marke von 500 MWp im ersten Quartal 2026 überschritten.
Warum 2025 weniger Anlagen gebaut wurden
2025 kamen rund 2.000 Anlagen weniger hinzu als 2024, und auch die neu installierte Leistung ging zurück. Der Bericht spricht von einem leichten Rückgang. Er nennt als Gründe eine geringere Nachfrage im privaten und gewerblichen Bereich, die stagnierende Wirtschaft und Strompreise, die etwas niedriger liegen als während der Energiekrise 2022 und 2023. Der Rückgang zeigt sich laut Bericht auch bundesweit und in Europa.
Im Vergleich steht Berlin trotzdem gut da. Die installierte Leistung wuchs 2025 um rund 24 Prozent, bundesweit waren es rund 16 Prozent. Den größten Zubau an neuer Leistung gab es in Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Spandau.
Eine Zahl sollten Sie dabei im Blick behalten. Nicht jede neue Anlage ist ein Auftrag für einen Fachbetrieb. 64 Prozent der 2025 neu installierten Anlagen hatten weniger als 2 kWp. Der Bericht erklärt das vor allem mit Steckersolargeräten und dem hohen Anteil an Mehrfamilienhäusern in Berlin. Bis Ende 2025 waren rund 23.700 Steckersolargeräte im Marktstammdatenregister angemeldet. Die durchschnittliche Größe neuer Anlagen lag 2025 bei rund 7 kWp, zwischen 2017 und 2021 waren es noch etwa 14 kWp.
Was weniger neue Anlagen für Ihren Vertrieb bedeuten
Wenn der Markt schrumpft, wird jede einzelne Anfrage wertvoller. Gleichzeitig wird jeder Termin, der zu nichts führt, teurer. Ihr Berater fährt quer durch die Stadt, steht eine Stunde auf dem Dachboden und erfährt dann, dass der Kunde zur Miete wohnt oder erst in zwei Jahren bauen will. Dieser halbe Tag fehlt für einen Kunden, der wirklich kaufen würde.
In Berlin kommt dazu, dass viele Anfragen von Menschen kommen, die gar nicht über ein Dach entscheiden können. Wie Sie solche Anfragen früh erkennen und trotzdem freundlich bleiben, beschreiben wir im Artikel über Anfragen von Mietern.
Drei Dinge helfen, wenn die Zahl der Anfragen sinkt.
- Keine Anfrage darf liegen bleiben. Legen Sie fest, wer Anfragen aus dem Website-Formular und dem E-Mail-Postfach am selben Tag beantwortet.
- Klären Sie vor dem Termin, ob der Kunde Eigentümer ist, wie das Dach aussieht, wie hoch der Verbrauch ist und bis wann die Anlage laufen soll. Unsere Checkliste für den Vor-Ort-Termin zeigt, welche Angaben Sie brauchen.
- Rechnen Sie nach, was ein Auftrag Sie an Vertriebszeit kostet. Wer weiß, wie viele Termine er pro Auftrag braucht, merkt schnell, wo Zeit verloren geht.
Warum Ihre Bestandskunden gerade jetzt wichtig sind
Die zweite Erkenntnis aus dem Bericht ist für viele Betriebe interessanter. Ende 2025 gab es in Berlin rund 55.900 PV-Anlagen, aber nur rund 24.600 Stromspeicher. Ein Teil der Anlagen sind Steckersolargeräte, und ein Teil der Speicher gehört auch zu solchen Geräten. Laut Bericht hatten 2025 rund 29 Prozent der neu installierten Speicher weniger als 3 kWh. Das bringt der Bericht mit dem Anstieg bei Steckersolargeräten in Verbindung.
Trotzdem ist die Lücke deutlich, vor allem bei älteren Anlagen. Bis Ende 2019 waren in Berlin 7.865 PV-Anlagen registriert, aber nur 976 Stromspeicher. Die meisten Anlagen aus dieser Zeit laufen also ohne Speicher. Diese Kunden haben schon einmal bei einem Fachbetrieb gekauft, oft vielleicht bei Ihnen.
Auch der Speichermarkt selbst ist stabil. 2025 wurden rund 7.000 Speicher installiert, etwa so viele wie im Vorjahr. Am häufigsten sind Speicher mit rund 5 und 10 kWh, vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern in den Randbezirken. Allein 2025 wurden nach Angaben der Senatsverwaltung fast 3.000 Stromspeicher aus dem Landesprogramm SolarPLUS bezuschusst.
Für Ihren Betrieb heißt das: Ein Teil Ihrer nächsten Aufträge liegt vermutlich schon in Ihrer Kundenkartei. Wie Sie diese Kunden finden und ansprechen, ohne aufdringlich zu wirken, beschreiben wir im Artikel PV ohne Speicher: So sprechen Sie Ihre Bestandskunden an. Fertige Texte für die erste Nachricht finden Sie in unseren Vorlagen für Bestandskunden. Mehr zum Thema Speicher steht auf unserer Seite für Stromspeicher-Betriebe.
Wo das Land Berlin den Ausbau sieht
Der Senat setzt in den nächsten Jahren vor allem auf große Dächer, insbesondere auf Gewerbegebäuden. Laut Bericht machen Anlagen unter 20 kWp zwar die große Mehrheit der Anlagen aus, aber nur die Hälfte der installierten Leistung. Seit Januar 2026 ist das Förderprogramm SolarPLUS deshalb in SolarPLUS S für kleine Anlagen und SolarPLUS L für große Dächer geteilt. Für 2026 und 2027 stehen laut Pressemitteilung jeweils 12,5 Millionen Euro bereit. Bis zum 30. April 2026 wurden bereits 2.220 Zuschüsse mit rund 7 Millionen Euro bewilligt.
Das Ziel des Landes ist, dass bis 2035 ein Viertel der Berliner Stromerzeugung aus Photovoltaik kommt. Ende 2025 lag der Anteil laut Bericht bei rund 6 Prozent. Der Markt wird also weiter wachsen, aber er verschiebt sich. Kleine Dächer im Eigenheim bleiben wichtig, dazu kommen Speicher für bestehende Anlagen und größere Dächer.
Fazit
Der Berliner Solarmarkt wächst weiter, aber 2025 etwas langsamer. Für Fachbetriebe heißt das, mit den vorhandenen Anfragen sorgfältiger umzugehen und keine Zeit mit Terminen zu verlieren, die nicht passen. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick in die eigene Kundenkartei. Dort warten viele Anlagen ohne Speicher.
Wenn Sie Anfragen schneller vorprüfen wollen, kann Renoway helfen. Es beantwortet Anfragen aus Ihrem Website-Formular und per E-Mail innerhalb von Sekunden, fragt Eigentum, Dach, Verbrauch und Zeitrahmen ab und bucht den Vor-Ort-Termin erst, wenn die Anfrage passt. Betriebe aus Berlin können Renoway Premium drei Monate kostenlos nutzen. Alle Details finden Sie auf unserer Seite für Berliner Betriebe.
Quellen
- Berlin überschreitet Anfang 2026 500-Megawattpeak-Marke: Monitoringbericht 2025 zeigt Fortschritte der Solarcity Berlin, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
- Monitoringbericht 2025 Masterplan Solarcity Berlin, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
- Masterplan Solarcity: Monitoring 2020 bis 2025, Solarcity Berlin