Warum wir Renoway nur für Solar- und Wärmepumpenbetriebe bauen
Allgemeine Software passt zu jedem Betrieb ein bisschen und zu keinem richtig. Warum wir uns bewusst auf eine Branche festgelegt haben.
Meduard Krasniqi
Am Anfang hatten wir einen deutlich größeren Plan. Eine Software für alle Handwerksbetriebe in Deutschland, vom Dachdecker bis zum Fliesenleger. Auf dem Papier sah das gut aus. Es gibt sehr viele Betriebe, alle bekommen Anfragen, und fast alle beantworten sie zu spät. Warum sollte man sich da auf eine einzige Branche beschränken?
Die Antwort kam ziemlich schnell, als wir mit den ersten Betrieben gesprochen haben. Ein Elektriker, der eine kaputte Steckdose reparieren soll, braucht vom Kunden eigentlich nur eine Adresse und ein Zeitfenster. Ein Betrieb, der eine Wärmepumpe in ein Haus aus den Siebzigern einbauen soll, braucht ein halbes Dutzend Angaben, bevor überhaupt jemand ins Auto steigt. Das sind zwei völlig verschiedene Gespräche. Eine Software, die beide gleich gut führen will, führt am Ende beide nur mittelmäßig.
Die Details machen den Unterschied
Nehmen wir eine ganz normale Anfrage über das Kontaktformular. „Wir interessieren uns für eine Solaranlage, bitte melden Sie sich.“ Mehr steht da oft nicht. Ein erfahrener Berater weiß sofort, was ihm fehlt. Wie groß ist das Dach, wohin zeigt es, wie alt ist die Eindeckung? Wie viel Strom verbraucht der Haushalt, und kommt bald ein Elektroauto dazu? Gibt es schon einen Speicher, oder soll einer mit eingeplant werden?
Diese Fragen stellt er normalerweise am Telefon, wenn er den Kunden denn erreicht. Oft klappt das erst beim dritten Versuch. Bis dahin hat der Kunde vielleicht schon mit zwei anderen Betrieben gesprochen.
Wenn eine Software diese Fragen von sich aus stellen soll, muss sie sie kennen. Und zwar nicht als Formularfeld, das man irgendwo in den Einstellungen anlegt, sondern als Teil eines echten Gesprächs. Sie muss wissen, dass die Ausrichtung des Dachs bei Photovoltaik zählt und das Baujahr bei einer Wärmepumpe. Sie muss wissen, dass man bei einem Speicher zuerst nach der bestehenden Anlage fragt. Das geht nur, wenn man sich auf eine Branche festlegt und sie wirklich versteht.
Was wir von den Betrieben gelernt haben
Die meisten Dinge, die heute in Renoway stecken, haben wir nicht selbst erfunden. Wir haben sie uns abgeschaut. Bei Beratern, die seit Jahren Anlagen verkaufen und genau wissen, welche Frage sie am Anfang stellen müssen, um sich eine Fahrt zu sparen. Bei Büroleitungen, die jeden Morgen neue Anfragen sortieren und dabei längst ein eigenes System im Kopf haben.
Eine Sache hat mich dabei besonders überrascht. Fast jeder Betrieb hat eine Art inoffizielle Checkliste. Manchmal hängt sie als Zettel neben dem Telefon, manchmal existiert sie nur im Kopf des Chefs. Und diese Listen ähneln sich sehr. Genau diese Erfahrung wollten wir in die Software bringen, damit nicht jeder Betrieb sie wieder neu aufschreiben und jedem neuen Mitarbeiter erklären muss.
Auch die Sprache ist uns wichtig. Kunden merken sehr schnell, ob sie mit jemandem schreiben, der sich auskennt, oder mit einem Callcenter, das ein Skript abarbeitet. Wer nach dem Zählerschrank fragt und kurz erklärt, warum ein Foto davon hilft, wirkt kompetent. Wer nur „Vielen Dank für Ihre Anfrage, wir melden uns“ schreibt, wirkt austauschbar.
Lieber weniger, dafür richtig
Die Entscheidung für eine Branche hat einen Preis. Wir sagen oft Nein. Wenn uns ein Dachdecker fragt, ob er Renoway nutzen kann, müssen wir ehrlich sagen, dass es für ihn wahrscheinlich nicht gut passt. Das fällt nicht immer leicht, gerade am Anfang, wenn jeder Kunde zählt.
Dafür können wir uns bei jeder neuen Funktion eine einfache Frage stellen. Hilft das einem Solar-, Wärmepumpen- oder Speicherbetrieb, mehr Aufträge zu gewinnen? Wenn die Antwort nicht eindeutig Ja ist, bauen wir es nicht. Das hält die Software schlank. Wer neu im Büro anfängt, soll am ersten Tag damit arbeiten können, ohne vorher eine Schulung zu besuchen.
Einen zweiten Vorteil habe ich anfangs unterschätzt. Weil alle unsere Kunden aus derselben Branche kommen, lernen wir von jedem einzelnen etwas, das den anderen hilft. Wenn ein Betrieb eine bessere Formulierung für die Frage nach dem Stromverbrauch findet, haben am Ende alle etwas davon.
Eine Branche, die sich ständig bewegt
Die Energiewende im Eigenheim verändert sich laufend. Förderprogramme kommen und gehen, neue Technik kommt auf den Markt, und die Fragen der Kunden ändern sich mit. Vor ein paar Jahren ging es fast nur um Photovoltaik. Heute fragen viele Kunden nach dem Gesamtpaket aus Solaranlage, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox.
Gerade deshalb halte ich Spezialisierung für richtig. Wir können schnell reagieren, weil wir nicht gleichzeitig auf zehn andere Branchen Rücksicht nehmen müssen. Wenn sich bei Ihnen im Betrieb etwas ändert, möchten wir das früh wissen. Schreiben Sie mir gern direkt, wenn Ihnen in Renoway etwas fehlt oder wenn etwas nicht so läuft, wie Sie es aus Ihrem Alltag kennen.